Montag, 22. August 2016

Maghreb, Mittelost und Süd(-Ost)-Asien: Terror und die Bedrohung religiöser und ethnischer Minderheiten (aktualisiert)

Durch die Revolutionen im Nahen Osten, besonders in Ägypten und durch den Bürgerkrieg in Syrien sowie die brutal-fundamentalistischen IS-Kämpfer im Irak hat sich die Lage für die dortigen Christen beunruhigend zugespitzt. Ähnliches gilt auch für Pakistan und weitere Staaten Südasiens, z.B. Malaysia und selbst Indonesien.
So haben die Verfolgung und Ermordung von Christen und anderen Minderheitenen  ein bisher nicht gekanntes Ausmaß erreicht.
In Indien verstärkt  der Hindu-Nationalismus den Druck auf die anderen religiösen Traditionen, besonders den Islam und das Christentum.

Es ist schwer abzuschätzen, wie sich das Jahrhunderte lange oft friedliche und gastfreundliche multireligiöse Zusammenleben in den afrikanischen und asiatischen Gesellschaften weiter entwickeln wird. Besonders durch die Bürgerkriege und die Expansion des sog. Islamischen Staats (IS) und verwandter Milizen sind der gesamte Mittlere Osten, Teile Nordafrikas und der Subsahara-Gebiete destabilisiert..

ÜBERSICHT
1. Der sog. Islamische Staat - Bedrohung und Gewaltexzesse
2. Länder und Regionen
3. Hintergrundinformationen: Naher und Mittlerer Osten


1.  DER sog. ISLAMISCHE STAAT
     - BEDROHUNG UND GEWALTEXZESSE


2.  LÄNDER UND REGIONEN
ARABISCHE HALBINSEL und NAHER OSTEN 

ÄGYPTEN
INDONESIEN

IRAK
MAGHREB
MALAYSIA
MYANMAR / BURMA

 PAKISTAN / AFGHANISTAN
PALÄSTINA
Von den Anfängen bis heute, vgl. Wikipedia: Palästinakonflikt.

SYRIEN

TÜRKEI


3. Hintergrundinformationen:
    NAHER und MITTLERER OSTEN /
    und SÜDOSTASIEN






Umgang mit der (religiösen) Vergangenheit - Maghreb und arabische Welt heute (aktualisiert)

Die geopolitischen Veränderungen im Mittelmeerraum und dem Mittleren Osten, bringen ungewohnte Herausforderungen. Diese betreffen Europa allein durch die Tatsache, dass die Südseite und die Nordseite des Mittelmeeres durch Jahrhunderte lange Verflechtungen in vielfältiger Weise verbunden sind. Die Flüchtlingswelle über das Mittelmeer hat diese Situation nun noch verschärft
(vgl. Hintergrundsbericht - Deutsche Welle 24.04.2016).


Der Mahgreb rückt darum verstärkt in den Fokus der Berichterstattung. Nordafrika ist darum auch  Thema eines Heftes "Aus Politik und Zeitgeschichte" (APuZ), 66. Jg. Nr. 33-34 (15.08.2016), 52 S.:
mit Beiträgen zur Geschichte, Aufbruch der Frauen, Libyen, Mauretanien, Marokko, Algerien und Frankreich.
Download des Heftes "Maghreb": hier 


Schon 2013 hatte sich die Kulturzeitschrift des Goethe-Instituts,  Fikrun wa Fann ("Kunst und Gedanke") mit der Nr. 98 einem brisanten Thema gewidmet: Vergangenheitsbewältigung. Was für Deutschland nach 70 Jahren aber auch für den Nachbarn Polen immer noch ein Thema ist, betrifft die Staaten des Maghreb, des Nahen und Mittleren Ostens gegenwärtig in besonderer Weise.

Die hier vorgelegten Essays und Berichte von kompetenten Kennern zeichnen ein differenziertes und nachdenklich machendes Bild von der Situation im Süden und Osten des Mittelmeers.

Im Editorial schreibt der Islamwissenschaftler
Stefan Weidner:
"Nur wenige Gesellschaften haben das Glück, eine wirklich unproblematische, gewaltfreie Vergangenheit zu haben ... Mehr ...

Hier die Themenübersicht mit den Links zu den Beiträgen
  • Bewältigung der Vergangenheit durch Politik und Recht
  • Über die Erinnerung stolpern -
    Das NS-Dokumentationszentrum in Köln 
  • Erinnerung - aber wie? Polen als Beispiel der Vergangenheitsbewältigung
    eines Opferstaates
     
  • Sich dem Schmerz des Feindes stellen.
    Arabische Reaktionen auf den Holocaust
  • Vergangenheitsbewältigung braucht Demokratie
    - Demokratie braucht Vergangenheitsbewältigung
     
  • Blick zurück nach vorn. Marokko ringt um sein postkoloniales Selbstverständnis
  • Die zusammengesetzte Vergangenheit der Zukunft - Ein Interview 
  • Der Kampf um das historische Gedächtnis in Ägypten
    Vgl. Dialog-Journal:
    Christentum im Orient - zwischen Duldung und Verfolgung
  • Vergangenheitsbewältigung in der iranischen Literatur
    seit der islamischen Revolution
     
  • Syrien: Das Erbe der Baath-Partei und Assad-Regime.
    Herausforderungen der Übergangsphase und die Gefahr des Bürgerkriegs

    Vgl. Dialog-Journal vom 13.01.2013: Ein Staat zerfällt ...
Kunst und Kultur

 


Sonntag, 21. August 2016

Ruhrtriiiennale 2016 - Gebetete Vielfalt - Urban Prayers




Schauspiel:  Uraufführung von 
Björn Bicker (Autor), Malte Jelden (Regisseur)
mit dem ChorWerk Ruhr

Gesamtprogramm der Ruhrtriennale: hier
noch bis 24. September 2016

Die einzelnen "Gebetsorte"

August 2016











Was glaubt ihr denn. Wer wir sind. Was wir glauben. Was glaubt ihr denn. Wer wir sind. Wo wir wohnen. Was glaubt ihr denn, wo wir stören. Wo wir nicht stören. Was glaubt ihr denn.
Björn Bicker, URBAN PRAYERS RUHR

Aus einer ausgedehnten Recherche im religiösen Leben des Ruhrgebiets entsteht ein Stück. Woran glauben die Menschen in Essen, Duisburg, Bochum, Hamm oder Dortmund? Welche Sprache versteht ihr Gott? Welche Kirchen, Gebetsräume, Moscheen, Tempel besuchen sie? Glauben sie, dass ihr Glaube Privatsache ist? Glauben sie, dass ihr Glaube politisch ist? Glauben sie an die Freiheit der Anderen? Was denken die Gläubigen über ihre nichtgläubigen NachbarInnen und umgekehrt?
Es spricht der Chor der gläubigen BürgerInnen. Doch kaum fängt einer an zu reden, da fällt ihm der andere schon ins Wort. Der Chor findet keine gemeinsame Sprache und doch ist es ein Chor, der ein Gegenüber kennt: die Nicht-Gläubigen. Globalisierung, Migration und der gleichzeitige Verlust religiöser Bindungen haben aus unseren Städten Orte der religiösen und weltanschaulichen Vielheit gemacht. Muslime, Buddhisten, Hindus, Sikh, Juden sowie christliche Glaubensgemeinschaften aus der ganzen Welt – Pfingstler, Evangelikale, Katholiken, Protestanten und Orthodoxe – machen das Ruhrgebiet zur religiösen Megacity.


URBAN PRAYERS RUHR ist an sechs aufeinander folgenden Sonntagen in sechs verschiedenen Gotteshäusern im Ruhrgebiet zu Gast. Jede Gemeinde ergänzt mit einem eigenen kulturellen Beitrag die Aufführung durch fünf SchauspielerInnen und ChorWerk Ruhr. So treten in Hamm hinduistische Tempeltänzerinnen auf, im House of Solution singt der Lighthouse Family Choir Gospel, in Marxloh rezitiert der Imam Koran-Verse und es dreht sich ein Derwisch, in Dortmund tritt die serbische Volkstanzgruppe „Srbija" auf und in der Synagoge Kantor Tsah mit seinen Musikern und das Nodelman-Duo. Im Anschluss an alle Aufführungen gibt es bei typischen Speisen und Getränken die Möglichkeit, miteinander ins Gespräch zu kommen und sich über das Erlebte auszutauschen. Bei kostenlosen Führungen durch die Gotteshäuser können die Besucher mehr über die Religion und das Gemeindeleben erfahren.
Die Veranstaltung in der Lutherkirche Lohberg am 04. September und das anschließende kleine Fest auf dem Marktplatz von Lohberg ist in Zusammenarbeit mit dem Christlich-Islamischen Dialog Dinslaken entstanden. Nachdem in der Lutherkirche Lohberg die „Protest-ants“ nach der Aufführung gespielt haben, gehen alle zum Marktplatz, um hier den Abend gemeinsam ausklingen zu lassen. Kostenlose Stadtteilführungen durch das schöne Lohberg mit seinen drei Moscheen und zwei Kirchen sind hier Teil des Programms.

Bringen Sie Zeit mit! Bleiben Sie nach den Aufführungen! Nutzen Sie diese schöne Gelegenheit, das Ruhrgebiet mit seiner (religiösen) Vielheit so zu erleben wie Sie es bislang vermutlich nicht kannten.



Von Björn Bicker, dem Autor des Stücks "URBAN PRAYERS RUHR", ist im Frühjahr 2016 im Verlag Antje Kunstmann das Buch zum Theaterprojekt mit dem Titel "Was glaubt ihr denn. Urban Prayers" erschienen.



Der "ENGEL DER KULTUREN" - weiter gegen Rassismus und Islamophobie (aktualisiert)

Seit mehreren Jahren ist der Engel der Kulturen als rollendes Hoffnungssymbol unterwegs. Geschaffen haben ihn die Künstler Carmen Dietrich und Gregor Merten aus Burscheid. Sie wollen damit ein Zeichen des Friedens zwischen Religionen und Kulturen setzen. An vielen Orten im In- und Ausland ist der "Engel" schon gewesen. Er regt intensiv zum Nachdenken und Umdenken an und hat oft auch materielle Eindrücke hinterlassen: Dies sind Bodenintarsien, die in verschiedenen Städten als bleibendes Denk-mal eingelassen sind.

Hier die Homepage des Engels mit Fotos und Hintergrundinformationen
Der Engel der Kulturen erhielt den INTR°A-Projektpreises 2013 für Komplementarität der Religionen. Die Verleihung fand am 7. September 2013 in der Ev. Akademie Villigst stattgefunden, und zwar im Rahmen der Tagung: Interreligiöser Dialog und Toleranz.

Am 13. September 2015 wurde der "Engel" im Rahmen des Weltkindertages in Düsseldorf mit dem "Heinrich", Ideenpreis der Heinrich-Böll-Stiftung NRW,  ausgezeichnet: Details: hier
 

Aktionen mit dem Engel der Kulturen fanden schon bzw. finden statt bei verschiedenen multikulturellen Veranstaltungen in Essen, Düsseldorf, Köln und Bonn gegen die unsäglichen Aufmärsche der neuen rechten islamfeindlichen Bewegung - gegen all die Pegida, Legida, Kögida usw., die zum Teil wieder unbedeutend geworden sind.

Aber der "braune Sumpf" ist keineswegs ausgetrocknet. So heißt es im Epilog von
"Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui" von Bertolt Brecht (geschrieben 1941), wo der Nationalsozialismus mit seinen verheerenden Folgen thematisiert wird:

"So was hätt' einmal fast die Welt regiert!
Die Völker wurden seiner Herr, jedoch
dass keiner uns zu früh da triumphiert
- Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem das kroch!"
 
Faktisch eine Mahnung des Aufklärers Denis Diderot:
Von der Philosophie zur Gottlosigkeit ist es eben so weit wie von der Religion zum Fanatismus, aber vom Fanatismus zur Barbarei ist es nur ein Schritt.
                                                            (aus: Dédicace de l'essai sur le mérite et la vertu, 1745)

Stationen des Engels 
In folgenden Städten sind 2016 Kunstaktionen mit dem Engel der Kulturen unter Einbeziehung der Bevölkerung geplant. Es werden jeweils Bodenintarsien verlegt und die rollende Skulptur durch den Stadtraum bewegt: Luxembourg, Hamburg, Lübeck, , Trier und weitere.

27. August 2016: Borken --- Flyer mit Programmablauf

25. August 2016: Monheim --- Flyer mit Programmablauf

29. Juni 2016: Krefeld --- Aktionstag

08. Juni 2016: Soest --- Flyer mit Ablauf

19. Mai 2016 Trier: Moschee - Synagoge - Dom - Basilika
--- Flyer mit Ablauf


11. Mai 2016 Nieder-Olm
(südlich von Mainz)

8. Mai 2016 --- Halle/Westfalen, Gerry Weber Stadion, "Weite wirkt-Festival"
--- Reformation. Weltweit ---
Ausbrennen eines 2-teiligen Engel der Kulturen-Objekts mit den BesucherInnen
--- Veranstaltungshinweis

28. April 2016 Duisburg, Campus der Universität Duisburg-Essen,



21. April 2016 --- Willich

Der "Engel" in Willich
14. November 2015 --- Würselen
--- Bericht - Aachener Nachrichten vom 15.11.2015
--- Flyer mit Ablauf
--- Vorinformation "Aachener Nachrichten" vom 28.5.2015


5. November 2015 --- DRESDEN

Pressemitteilung: Flyer mit Ablauf der Kunstaktion in Dresden 


30. Oktober 2015 --- Oberhausen

22. Oktober 2015 --- Recklinghausenen


18. Oktober 2015 --- Schwerte, Flyer mit Ablauf

30. September 2015 --- Tübingen, Flyer mit Ablauf

27. September 2015 --- Rockenhausen/ Nordpfalz

16. September 2015: Neuss
Programm und Bericht "Haus der Jugend"


13. September 2015: Der "Engel" beim Weltkindertag in Düsseldorf

25. August 2015: Essen-Borbeck, Interkulturelles Zentrum Kreuzer
Der Engel als Zeichen für Toleranz -
(Lokalkompass Essen vom 22.08.2015)
Einweihung des Wandobjekts Engel der Kulturen, dessen Gegenstück im Oktober 2014 in
Tel Aviv-Jaffa am Arab-Jewish-Community-Center installiert wurde

Flyer mit Ablauf --- Vgl.:
Der ENGEL DER KULTUREN in Jaffa und im Westjordanland

13. Juni 2015: Heinsberg --- Bericht zur Gestaltung

10. Juni 2015: Worms
Vorabinformation in der Wormser Zeitung vom 30.04.2015

26. Mai 2015: Schwerte-Villigst
Kunstaktion am Pfingstsonntag (WAZ online, 27.05.2015 - mit BIldergalerie)


23. April 2015: Heiligenhaus

20. April 2015: Mainz
Vorstellung des Projekts Engel der Kulturen bei der Fachtagung Kinderrechte des
Ministeriums für Integration, Familie, Kinder, Jugend und Frauen Rheinland-Pfalz

Flyer >>


14. März 2015: Herten
Aktion mit der rollenden Skulptur und Verlegung der Bodenintarsie am Platz der Bergleute


11. März 2015: Frankfurt.

Kunstaktion Engel der Kulturen mit Stipendiaten des ev. und des kath. Studienwerks, des jüdischen Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerks (ELES) und des muslimischen Studienwerks Avicenna während der 3-tägigen Konferenz der Studienwerke 2015 in Frankfurt/M.: „Religion im Hochschulalltag“

Bericht und Fotos auf der facebook-Seite des muslimischen Avicenna-Studienwerks 


Überblicke von 2007-2012

Bereits seit 2007 rollt der Engel der Kulturen ein interreligiöses Projekt des Künstlerpaares
 Carmen Dietrich und Gregor Merten durch die Lande.
Im Rahmen der Kulturhauptstadt 2010: Ruhrgebiet, Pecs, Istanbul  führte der Weg des Rad Engels als Abraham-Karawane auch über den Balkan bis an den Bosporus.
Immer deutlicher wird er zum Symbol gegen die Fremdenfeindlichkeit, für Toleranz und Begegnung der Religionen.

Hier: Berichte aus dem Jahr 2011 bis Frühjahr 2012, ferner:
"Abraham-Karawane" und "Engel-Geld"


Der "Rad-Engel als Halsschmuck kann sogar als "interreligiöses Navi in Köln" dienen.

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INTERRELIGIÖSER RASTORT

Die Gestaltung des Interreligiösen Raumes der Stille
in der Alexianer-Klinik Krefeld
(August 2012)