Dienstag, 19. September 2017

Inter-Religiöse Räume der Stille (aktualisiert)

Die 3 Religionen (Flughafen Nizza)
Skulptur von Max Cartier (1990)
Es gibt inzwischen eine beachtliche Zahl von Räumen der Stille, des Gebets und der Andacht, die für alle Konfessionen und Religionen offen sind. Ihre Gestaltung nimmt teilweise beeindruckend die multireligiöse und multikulturelle Situation unserer Gesellschaft auf.
Diese Orte sind darum meist nicht nur einer Religion oder Weltanschauung gewidmet, sondern haben Platz für alle.
So findet man z.B. am geschichtsträchtigen Brandenburger Tor in Berlin einen solchen Raum der Stille. Viele Kliniken, Sportstadien, Parlamente, Flughäfen, Bahnhöfe, Universitäten ... haben sich mit ihren Andachtstätten allen Religionen geöffnet.
In diesen Räumen der Stille kommt der Respekt vor den anderen Glaubenstraditionen durch die Ausgestaltung mit Bildern, Lichtinstallationen oder Symbolen zum Ausdruck. Gespräche und spirituelle Begleitung sind möglich.




Max Cartier - Bijoux-Sculpture "Les 3 Religions "
Schmuck-Anhänger:
Die 3 Religionen (Max Cartier)

Hier einige Beispiele:

 Weiteres Material zum Verständnis
 von "heiligen" Räumen



Neuere Beispiele und Auseinandersetzingen
Literaturhinweise

Nachrichten: News und Archiv: Religion und Welt



    September 2017
    Informationen: hier

    August 2017
    31.08.  Grußwort zum islamischen Opferfest
    31.08.  Aung San Suu Kyi -
                Schatten über einer Ikone des gewaltlosen Widerstands

    30.08.  Neues vom "Engel der Kulturen"
    29.08.   PILGRIM-Newsletter Nr. 62 (August 2017):
                Spiritualität und Schöpfung

    28.08.   Zur Wirkungsgeschichte des Zisterzienserordens
    27.08.   Buchvorstellung: Globalisierung -
                   Enzyklopädische Orientierung

    27.08.   Unternehmer-Begegnung Rheinland (Juli 2017)
    23.08.   Charlie Hebdo provoziert erneut
                   mit islamkritischem Cover 
     (Der Stern, 23.08.2017)

    22.08.   Aspekte zum Islam in Europa (aktualisiert)
    20.08.   Breisach - Stephansmünster: Die Fresken meditieren   
    20.08.   Neuerscheinung:
                 Alfred Schlicht - Gehört der Islam zu Deutschland?

    18.08.   Neuerscheinung: Michael Blume - Islam in der Krise
    17.08.   Der blinde Fleck. Kunst in der Kolonialzeit
                  Ausstellung in der Kunsthalle Bremen bis 19.11.2017

    16.08.    Zum Tod der Lepra-Ärztin und Ordensfrau Ruth Pfau
                  Bestattung in Karachi (Pakistan) am 19.08.2017
                  (RP Online, 10.08.2017)
                  Ruth Pfau, Savior of Lepers in Pakistan dies at 87
                  Bericht in der New York Times (15.08.2017)

    15.08.   Islamische Theologie an der Universität Münster
    11.08.   "Martin Luther - Der Anschlag " -
                  Auseinandersetzung mit Luther und der Reformation
                  bei den Bad Hersfelder Festspielen 2017 -------------- 

    11.08.   Veröffentlichungen von SIPCC -
                 
    Gesellschaft für interkulturelle und
                 interreligiöse Seelsorge

    03.08.  Alawiyya-Sufi-Gruppe Saar/Lothringen/Luxemburg (AISA):
                 Entwurf einer Charta zum interreligiösen Dialog

    03.08.  Malaysia: Verbot des Buches
                von prominenten moderaten Muslimen 

                für Toleranz und Dialog: "Breaking the Silence"

    03.08.  WCC/ÖRK: Zum 72. Jahrestag des Atombombenabwurfs auf
                Hiroshima und Nagasaki - Hoffnung:
                Ein neuer Vertrag, um Atomwaffen zu verbannen

    02.08.  Mar Moussa - ein Kloster des chrislich-islamischen Dialogs
                in der syrischen Einöde (aktualisiert)

    01.08.  Tunesien - Demokratie und Islam (aktualisiert)
    01.08.  Buch des Monats August:
                Die Zisterzienser. Das Europa der Klöster
                Begleitbuch zur Ausstellung
                (Rheinisches Landesmuseum Bonn)
    01.08.  Themenheft zur documenta 14 (tà katóptrizomena 108)
                 

    Juli 2017

    28.07.   Offener Brief der Nationalen Koalition 
                 christlicher Organisationen in Palästina (NCCOP)
                 an den WCC/ÖRK vom 12.06.2017 (deutsch)
                  Spanische Fassung / versión castellana: aquí
                  

    28.07.   Sommer-Rundbrief des Klosters Dhagpo Kagyü Ling
                  bei S. Léon sur Vézère (Périgord, Frankreich)             

    27.07.   Kloster Marienrode 
                 - spirituelle und literarische Entdeckungen

    26.07.   Zum neuen Buch von Peter Sloterdijk: "Nach Gott" 
                  (mit Rezensionslink zur FAZ)

    24.07.   Vorstellung des neuen rpi-virtuell -
                  das deutschsprachige Portal für Religionslehrer/innen

    22.07.   Vortrag von Prof. Manfred Kwiran
                 zur Notwendigkkeit der Menschenrechtserziehung

    21.07.   Religiöse Führer bei einer UNO-Konferenz
                 zum Thema
                 Frieden, Versöhnung und gleiche Bildungschancen
                 für Frauen. Statement von
                 Cheikh  Khaled Bentounes ---Alawiyya-Orden ---
                 (YouTube-Video)

    21.07.   Religion(en): Recherche-Schwerpunkte und Themenseiten
                 (Neue Seite der InterReligiösen Bibliothek, IRB)
    21.07.   Kurz vorgestellt:
                 Einführung in die Gewalttendenzen der Weltreligionen
                  
    (Oxford University Press 2017)

    19.07.     Neues vom "Engel der Kulturen"
    18.07.   Im Iran zu 10 Jahren Haft verurteilt:
                  Der Doktorand Xiyue Wang 
    von der Princeton-University
                 
     (Scholars at Risk Network)

                  Petition für seine Freilassung: hier
    14.07.   Neue Blogseite: Jesus und die Frauen

    13./14. Begegnungen mit Augustinus von Hippo
                 im Maghreb der Moderne
                 
    (Universität Mannheim, Romanisches Seminar)

    11.07.   Glaubensgarten der Religionen
                 
     innerhalb der Landesgartenausstellung NRW
                  in Bad Lippspringe (Domradio Köln)

    10.07.   Nach der Niederlage des IS: Mossul in Trümmern
                 
     (L'Express) 

    08.07.   Europaweiter Marsch gegen den Terrorismus
                 Imame verurteilen die Gewalttaten im Namen des Islam
                 (L'Express und Spiegel online vom 08.07.2017)

    07.07.  Die umstrittenste Moschee der Welt:
                 Die Ibn-Rushd-Goethe-Moschee in Berlin (RP Online)         
    07.07.  Maghreb, Mittelost und Süd(-Ost)-Asien: 
                Terror und die Bedrohung religiöser und
                ethnischer Minderheiten (aktualisiert)

    06.07. Handbuch der Religionen (HdR)
               mit neuer Ergänzungslieferung (EL 52
    )
               

    Sonntag, 17. September 2017

    Jüdisches Neujahrsfest (Rosch haSchanah) - Versöhnungstag (Jom Kippur) - Sukkoth/Laubhüttenfest - Simchat Tora - 2017

    Jüdisches Museum Wittlich - Toraschmuck
    Mit dem jüdischen Neujahrsfest
    Rosch ha-Schana (Rosh ha-Shanah)
    am 21./22. September
    beginnt nach jüdischer Jahreszählung das Jahr 5778.

    Es ist der symbolische Beginn mit der Erschaffung des Menschen.

    Gern schickt man sich auch herzliche Glückwünsche mit entsprechend gestalteten Grußkarten.

    Texte zur Jahreswende von Rabbiner Samson Raphael Hirsch
    (Hagalil, 18.09.2017)



    Mit dem Neujahrstag wird eine Reihe hoher Festtage eingeleitet.
    Sie beinhalten große Freude und tiefe Besinnung zugleich.
    --- Umfassendes Material auf der Internetplattform hagalil.com


    Übersicht zu den Festen der Religionen mit Erklärungen: hier 

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    West-östlicher Divan in Iserlohn (aktualisiert)

    Es gibt ihn schon seit 1991, den west-östlichen Divan in Iserlohn. 
    Er findet drei- bis viermal jährlich in der
    Ev. Erlöserkirchengemeinde Iserlohn-Wermingsen 
    statt.
    Der Gedanke einer ständigen Baustelle Kulturbrücke steht hinter diesen interreligiösen Begegnungen. Ein bestimmtes Thema kommt jeweils besonders zur Sprache.


    Nächster Divan Nr. 140: Donnerstag, 05. Oktober 2017
    Unschwer ist zu erkennen, dass das Motto „unseres“ Divan von Johann Wolfgang Goethe stammt:
    Wer sich selbst und andre kennt
    Wird auch hier erkennen:
    Orient und Okzident
    Sind nicht mehr zu trennen.
    Sinnig zwischen beiden Welten
    Sich zu wiegen lass ich gelten;
    Also zwischen Ost- und Westen
    Sich bewegen, sei’s zum Besten!“
              West-östlicher Divan, Nachtrag 1825/26

    Diese Worte des Dichterfürsten zeigen die Verwobenheit des Westens mit dem Osten. „Unser“ Divan nimmt diese Verwobenheit jedes Mal aktuell und grundsätzlich auf. Die Termine und Themen werden in der örtlichen Presse und auch im interreligiösen Veranstaltungskalender angekündigt:  
     Zur Struktur:
    Meistens beginnen wir einen „Divan“ mit aktuellen Berichten, die oft durch Erfahrungen von „Betroffenen“ verstärkt werden. Dazu kommt Vortrag und Rezitation von teilweise poetischen Texten aus anderen geografischen und spirituellen Landschaften. Wir nehmen das Hin- und Herwiegen also fast wörtlich. Durch verschiedene Klänge und Lieder aus der christlichen Tradition und zuweilen auch der Nachbarreligionen wird Musik selbst zu einer Brücke zwischen den verschiedenen Welten und weckt in den Hörern oft unvermutete Erkenntnisse, welche multikulturelle und multireligiöse Bereicherung bedeuten. 
    Zur Geschichte:
    Seit dem Jahre 1991 setzen sich Menschen in dem Iserlohner Divan oder auf diesem (geistigen) Divan zusammen. Er fand verschiedene gastfreundliche Orte, an denen der Divan mehrere Jahre stattfand: Die Reformierte Kirche (City-Kirche), dann die Kapelle der Ev. Akademie bis zu deren Verkauf und nun schon mehrere Jahre im Gemeindehaus der Ev. Erlöserkirchengemeinde in Iserlohn-Wermingsen.
    Neben vielen vertrauten Gesichtern kommen immer wieder Interessierte neu hinzu. Sie bringen ihren unterschiedlichen biografisch-religiösen Hintergrund sozusagen mit und setzen sich dem fremden Bekannten und dem unbekannten und doch Vertrauten aus. Sie merken dabei, wie sie sich selbst verändern: Deutsche und Ausländer, Muslime, Christen, Anhänger der Baha’i-Religion, Marokkaner, Griechen, Iraner, Flüchtlinge aus Ex-Jugoslawien, Männer und Frauen.
    Im Grunde hat mit diesem Divan eine geistige Wanderung, eine interreligiöse Pilgerreise begonnen, von der zu hoffen steht, dass sie dem Zusammenleben von Menschen verschiedener Glaubensweisen und damit auch der deutschen Gesellschaft in unserer Region zugute kommt.

    Weitere Informationen und Einladungen zu den einzelnen Terminen per Rundmail Anfragen – E-mail: interrel@t-online.de

    Freitag, 15. September 2017

    Die Grenzen überschreitende Kraft der Musik (aktualisiert)

    Für die Begegnung der drei monotheistischen Religionen bietet nicht nur die Sprache, sondern auch die Musik viele Möglichkeiten. Im Mittelalter entwickelte sich auf der Iberischen Halbinsel eine Bühne der Vemittlung von jüdischen, christlichen und islamischen Elementen, aber auch im übrigen Europa gab es mehr interreligiöse Musikverbindungen, als man normalerweise vermutet.  So gehen inzwischen Musiker und Komponisten immer wieder auf Entdeckungsreise. Mehrere Gruppen haben vor einigen Jahren damit begonnen, solche interreligiösen Schätze aktualisierend ans Licht, besser ans Ohr zu bringen.

    Solche Beispiele sind auch:

    1. Daniel Barenboim
    und das West-Eastern Divan Orchestra
      
    2. TRIMUM mit einem Chor
    für Juden, Christen und Muslime


    Die berühmte Stuttgarter Bachakademie als federführender Veranstalter hat von 2012 - 2014 dieses Projekt vorangetrieben. Seit 2015 wird es in Eigenregie geführt. Initiator und Promotor ist weiterhin  Bernhard König, der sich nicht nur als ehemaliger Konzertveranstalter, sondern seit längerer Zeit auch als Autor, Komponist und Interaktionskünstler die Musik als interreligiöse Kraft beeindruckend verdeutlicht.
    Vgl. bereits: Bernhard König im WDR 5 -Tischgespräch vom 02.10.2013


    TRIMUM - Spuren verdichteten interreligiösen Singens

    Vgl. auch das Projekt: Musik-Begegnung für JUNGE OHREN (2012/2013)


     3. Die religiösen Traditionen
        der drei Religionen sind auch
        Schwerpunkt dieser
        Ensembles: 

     


    Donnerstag, 14. September 2017

    22. Interreligiöses Friedensgebet in Dortmund-Brackel: Mut zur Wahrhaftigkeit



    Beim 22. Interreligiösen Friedensgebet am 12.09.2017 in Dortmund inszenierte der "Lichtmaler" Leo Lebendig mit dem "Coloured Black Octogon" ein Religionen übergreifenden meditatives Ritual.






    Jüdische Mädchen-Tanzgruppe

    Friedenslichter der Religionen (Solar-Licht-Körper)

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    Der Einladungstext des 22. Friedensgebets in Dortmund

    Mut zur Wahrhaftigkeit

    Wahrhaftigkeit, Wahrheit – große Worte, hehre Ziele,
    oft eingefordert – in der Politik, im Gericht, im Alltagsleben. 
    Was wird da eingefordert?
    Im Lateinischen gibt es neben dem Wort für Wahrheit, veritas, eine Reihe von Wörtern,
    die sich mit dem „wahr sprechen“ sprechen, z.B. veridicentia, die Wahrhaftigkeit im Reden.
    Damit assoziiert sich Aufrichtigkeit, Verlässlichkeit, Vertrauenswürdigkeit,
    Keine Lüge.
    Im Gericht werden Zeugen vereidigt. Sie müssen versichern, die Wahrheit, nichts
    als die Wahrheit zu sagen.
    Im Bereich der Sprichwörter spielt dieser Zusammenhang seit alters her  eine Rolle:
    “Ehrlich währt am längsten“.
    „Lügen haben  kurze Beine“, „In vino veritas“, „Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht.“.
    Das klingt allerdings mehr wie zweckorientierte Lebensregeln.
    Nicht lügen:  Eine Befragung hat ergeben,
    dass im Durchschnitt (40-70 mal am Tag?
    Von wem?) die Unwahrheit gesagt wird.
    Bei einer anderen Befragung sagten 80% der Befragten, Lügen sei nicht so schlimm.
    Ist Wahrhaftigkeit also doch keine so wichtige Tugend?
    Wir schummeln uns ja gerne so durch, vor allem, wenn es sonst peinlich wird für uns.
    Wenn aber das Prinzip: Immer leugnen, solange nicht das Gegenteil bewiesen ist,
    zum allgemeinen Verhalten in der Politik wird, haben wir ein Problem.
    Nichts wird mehr geglaubt, was Politiker sagen oder gar versprechen.
    Und das führt zu Politikverdrossenheit
    und zu Wahlverweigerung. Und das höhlt die Demokratie aus.
    Hinzu kommt ein neues Problem: Die Berichterstattung im Netz ist nicht mehr überschaubar
    und kontrollierbar.
    Sog. fake news, gefälschte Nachrichten, greifen um sich, und es gibt keine Kontrolle mehr.
    Durch die immer unübersichtlicher werdenden Informationsströme kann man
    fake news nur noch schwer  von „wahren“ Nachrichten unterscheiden.
    Man muss der Integrität und der Sorgfalt der Journalistinnen und Journalisten vertrauen können,
    wenn man sich eine informierte Meinung bilden will..
    In Zeiten, wo im Wahlkampf nicht mehr nur Beschimpfungen üblich,
    ondern bewusste Falschinformationen an der Tagesordnung sind unter dem Begriff
    „alternative Fakten“, kann einen die Angst ankommen.
    Sind wir dem hilflos ausgeliefert? Wenn sich nichts ändert, sind das menschliche Miteinander
    und die Demokratie ernsthaft in Gefahr.
    Was ist dagegen zu tun? Wir halten das für eine wichtige Frage
    und möchten mit dem Thema unseres diesjährigen Gebetes
    zum Nachdenken darüber anregen und zwar auf dem Hintergrund dessen,
    was unsere religiösen Traditionen, vor allem unsere Schriften, dazu sagen.
    Ist hier eine Antwort zu finden?

    CC