Freitag, 31. August 2012

Syrien - Opposition und religiöse Minderheiten (aktualisiert)


Die Jugend des Mittleren Ostens riskiert trotz der Schikanen und Repressionen der Machthaber den Aufbruch in eine neue Zeit mit mehr Demokratie, Menschenrechten und Freiheit. Das syrische Regime versucht trotz aller internationalen Vermittlungsversuche mit Gewalt, die Opposition zum Schweigen zu bringen.

Wie verhalten sich die Kirchen in Syrien? Die verschiedenen Christentümer gehören neben mehreren islamischen Richtungen und den Drusen  im überwiegend sunnitischen Syrien zu den Minderheiten. Das gilt übrigens auch für die Herrscher-Elite, die zu den schiitischen Alawiten gehört:
Syrien schien nach außen durch seine tolerante Religionspolitik gegenüber den christlichen Minderheiten geprägt zu sein. Aus (nicht unberechtigter) Angst, dass sich durch den arabischen Frühling auch in Syrien die Situation für die Christen rapide verschlechtern könnte, hielten sich christliche Kirchenführer/innen teilweise bedeckt oder äußerten sich positiv zum Regime Assad. 
Kersten Knipp macht auf diese heikle religiöse Gemengelage aufmerksam und zeigt, dass sich inzwischen auch bei den Minderheiten der Widerstand gegen das Assad-Regime formiert. Auch der bekannte aus Syrien stammende Dichter Rafik Schami kommt hier zu Worte. (Bericht in Qantara.de vom 30.04.2012)

Zur Situation der Christen und Kirchen im Nahen Osten (INTR°A-Tagebuch, 26.04.2012)

Informationen zum syrischen Kloster Mar Moussa und Unterstützungsmöglichkeiten
über die L'Association Les Amis de Mar Moussa (Genf)
Sr. Houda mit Arbeitern
auf der Klosterbaustelle


Ältere Beiträge
Vgl. auch zwei Bücher mit Hintergrundinformationen zum Thema
Syrien und der Nahe Osten:
  • Barry RUBIN: The Truth About Syria.
    New York/Basingstoke (UK) 2007
  • Richard LABÉVIÈRE / Talal EL-TARACHE: Quand la Syrie s´éveillera …
    Préface d’Alain CHOUET. Paris: Perrin 2011
Vgl. auch INTR°A-Tagebuch vom 13.06.2011 zu Ägypten

Samstag, 18. August 2012

Bei Kelten und Römern - Lernort Bliesbruck-Reinheim

Römischer Meilenstein
Der europäische Archäologiepark zwischen dem französischen BLIESBRUCK und dem deutschen REINHEIM ist einmalig:
2 Zivilisationen, 2 Nationen, aber 1 Park!

Die gesellschaftliche Elite, mal keltisch, mal römisch oder gallo-römisch nutzte den günstigen Ort an der lebhaften Handelsroute. Die keltische "Fürstin von Reinheim" wurde mit kostbarem Schmuck unter einem Grabhügel beigesetzt, ein römischer Aristokrat baute sich später eine Prunkvilla vor die römische Stadt. Zwischen dem 2. und 5. Jahrhundert n. Chr. herrschte reges Leben in dem von der Blies umflossenen Gelände.
All dies lässt sich nacherleben. An verschiedenen Stellen kann man sich spielerisch in die Zeit der Römer und Kelten zurückversetzen lassen: Kleines keltisches Dorf und römische Handwerker-Ateliers. Besonders für Kinder und Jugendliche gibt es vielfältige Animationen. Keltisch und römisch nachempfundene Veranstaltungen machen diesen Archäologiepark zum Ort historisch-interkulturellen Lernens.

Römische Thermen-Anlage
Die römische Stadt auf der jetzt französischen Seite hat natürlich ein Forum, eine große Thermenanlage und ein beachtliches Handwerkerviertel. Einige Ausgrabungsstücke und Leihgaben von den großen Museen der Region stehen im kleinen Museum.

Auf der jetzt deutschen Seite fallen die großen keltischen Grabhügel auf. Das Fürstin-Grab hinter der römischen Großvilla hat ein eigenes "Mausoleum". Dort kann man keltischen Reichtum bewundern.


Und noch ein Highlight: Im Museum Jean Schaub ein paar Schritte weiter gibt es weitere archäologische Einsichten, besonders die Votivgaben aus einem keltischen Kindergrab sowie ein römischer Reiterhelm. Die Ausgrabungen dauern noch an und machen das Damals estaunlich heutig.                                                                                                            Asterix grüßt ...
Man fühlt sich direkt  an den GLAUBERG in Hessen mit seinem dortigen Fürstengrab und der Nekropole erinnert.

Keltischer Grabhügel Reinheim

Weitere religiöse Lernorte: hier

Freitag, 17. August 2012

Lernort Bitche: Friedensgärten verwandeln eine Festung

Die Zitadelle von Bitche in den Nordvogesen galt als fast uneinnehmbares Bollwerk Frankreichs, das der berühmte Festungsbaumeister Marquis de Vauban für Ludwig XIV. komplett umbauen ließ. Streitobjekt zwischen dem Deutschen Kaiserreich und Frankreich symbolisiert es alle möglichen raffinierten Abwehrstrategien gegen den Feind. Heute jedoch ist es eine Festung, mit der man keine Grenze mehr verteidigen muss, sondern das friedliche Zusammenleben praktizieren kann. Die alten Waffenarsenale und Kasematten werden zum Museum und dadurch zur Mahnung. Es gilt, diese friedvolle Region zwischen der Pfalz, dem Saarland, Lothringen und dem Elsass zu bewahren und zu stärken.

Die Stadt Bitche hat sich dazu etwas Bezauberndes einfallen lassen. Seit 1999 gibt es an den Festungswällen den Garten für den Frieden mit vielen originellen und faszinierenden Kreationen. Dieser Garten zieht sich mehr und mehr in die Gassen der Stadt hinein: Blumen zur Versöhnung und Herzenslust. Niemand sollte versäumen, nach dem Besuch der Festung sich von den Blumen mit ihrer thematisch arangierten Vielfalt ansprechen zu lassen. Bitche mit Zitadelle und Gärten wird so zu einem praktischen Ort von Friedenserziehung.

Diese Pflanzenvielfalt in Bitche gehört übrigens zu einem internationalen Kunstprojekt:
Gärten ohne Grenzen,
in das unterschiedliche Grünanlagen und Parks im Grenzbereich von Frankreich, Luxemburg und Deutschland einbezogen sind.

Weitere religiöse Lernorte: hier

Freitag, 10. August 2012

Neues zur: INTERFAITH ENCOUNTER ASSOCIATION (IEA) - interreligiöse Begegnung im Nahen Osten


Die IEA mit ihrem Vorsitzenden Yehuda Stolov bemüht sich seit Jahren mit interreligiösen Projekten und praktischen Begegnungen in Israel und in Palästina, die Spannungen zwischen Israeliten und Palästinensern zu entschärfen. Hier spielen die Friedenskräfte der drei monotheistischen Religionen eine besonders wichtige Rolle. Diese Arbeit trägt trotz aller Schwierigkeiten immerhin Früchte.

In einem Forschungsprojekt an der DePaul-Universität in Chicago wurde im Jahr 2011 die Wirkweise dieser interreligiösen Arbeit im Spannungsgebiet des Nahen Ostens näher untersucht. Unter dem Stichwort "Religion and Peacebuilding: Grassroots Efforts by Israelis and Palestininans" fasst die Projektleiterin, Frida Kerner Furman, Professorin am dortigen Department of Religious Studies im Journal for the Study of Peace and Conflict, (Vol 4, Issue 2, Spring 2011) Eindrücke und Ergebnisse zusammen:

Nicht die großen Aktionen prägen die IEA, sondern ein Verstehen des "Anderen". Im interreligiösen und kleineren freundschaftlichen Rahmen werden so Verstehensbrücken gebaut. Sie machen die politische Situation nicht minder brisant, aber im Respekt vor dem Anderen und in der Bereitwilligkeit des Zuhörens wird manche  Skepsis genommen. Dazu hilft ganz nebenbei, dass alle Veröffentlichungen, einschließlich des Internetauftritts, in Hebräisch, Arabisch und Englisch erfolgen. So bleibt die IEA ein Hoffnungszeichen für "Entfeindung" im Nahen Osten.