Donnerstag, 28. November 2013

Lernort Grabeskirche Dortmund


Nicht nur im November, zu allen Jahreszeiten ist der Tod ein ständiger Begleiter des Menschen. Neben der immer noch verbreiteten Verdrängung des Todes hat sich jedoch in den letzten Jahren eine veränderte Friedhofskultur entwickelt.
Blick vom Altar zum "Urnenfeld"

Abgesehen von der Problematik zunehmender anonymer Bestattungen zeigen sich neue, das Bewusstsein vertiefende Formen des Abschiednehmens. Neben den bisher einmaligen Gärten der Bestattung, die von Fritz Roth in Bergisch Gladbach realisiert wurden, nehmen auch die sog. Kolumbarien wieder zu. Sie werden verstärkt in Kirchen eingerichtet, die die Gemeinden teilweise nicht mehr benötigen.  Hier finden die Hinterbliebenen einen meditativen Ort der Trauer. Die Urnen der Toten werden auf verschiedene Weise aufbewahrt. 
Vgl. auch den Beitrag "Urnenkirchen" (aus: evangelisch.de)


Ein besonders schönes Beispiel ist die Grabeskirche Liebfrauen in Dortmund.

Weitere Informationen zu den Jenseitsvorstellungen der Religionen: hier 


Belegte und freie Urnenplätze
Der gemeinsame "Aschebrunnen"
für die Asche der Verstorbenen
nach 20jährigen Ruhezeit
Der Altarraum für die Trauerfeiern


Mittwoch, 13. November 2013

Lernort: Notre Dame de Paris - Über 850 Jahre Weltgeschichte

Die Feiern waren umfassend!  Der größte Besuchermagnet von Paris, die Kathedrale "Unserer Lieben Frau", feierte 2012 ein Jahr lang ihren 850 Geburtstag. 13-14 Millionen Menschen besichtigen sie jährlich!

Nicht nur die beeindruckende Architektur dieser Romanik und Gotik verbindenden Kirche regt zu einem auch 
virtuellen Panorama-Rundgang an.
Es lohnt sich ebenfalls, die Geschichte zu studieren, die sich in und um die Kathedrale herum abspielte.
Es waren zum Teil heftigste  Auseinandersetzungen von Theologie und Philosophie in der Scholastik mit so berühmten Namen wie Abaelard (1079-1142), Albertus Magnus (1200–1280), Bonaventura (1221–1274), Thomas von Aquin (1225–1274)  und Meister Eckhart (1260-1328).
Ein gefährlicher Streit tobte um die intellektualistischen Aristoteles-Kommentare des islamischen Philosophen Averrs. Dieser panentheistisch geprägte Averroismus war der Kirche ein  Dorn im Auge. Die wichtigste averroistische Hochburg war lange die  Universität Paris, zu der übrigens u.a. auch das Universitätskolleg der Zisterzienser gehörte.
Während der Renaissance verlor die Universität an Bedeutung. Erst die gewaltigen Veränderungen durch die Französische Revolution und durch die Napoleonische Ära brachten auch die Kathedrale Notre Dame wieder in den Focus der Welt.
Nicht vergessen sei natürlich die berühmte Geschichte:
Der Glöckner von Notre Dame von Victor Hugo!

All diese Ereignisse durch die Jahrhunderte hindurch machen diese Kirche zum lebendigen internationalen und durchaus auch interreligiösen Lernfeld.
Die Süddeutsche Zeitung hat zum Jubiläum einen mit attraktiven Bildern illustrierten ausführlichen Beitrag veröffentlicht: SZ online, 12.12.2012 

Weitere Lernorte: hier