Donnerstag, 28. August 2014

Ganesh Chaturthi - Das Fest zum Geburtstag des elefantenköpfigen Gottes

Dies ist eines der bekanntesten indischen Feste, nach dem Sonnenkalender am 29. August 2014.  
Das Datum schwankt von Jahr zu Jahr, weil die hinduistischen Feste nach dem Mondkalender berechnet werden.

Ganesha - mit seinem Elefantenkopf und abgebrochenem Stoßzahn - ist einer der beliebtesten Götter Indiens.
Er ist der Sohn von Shiva und Parvati. Die Drei bilden zusammen die "heilige, göttliche Familie".

Ganesha hat die materialle und geistige Energie von Shiva in sich, ist aber zugleich ein lebensfroher und aufrichtiger Gesell. So ist er der Gott des Erfolgs und des guten-ehrlichen Lebens. Er zerstört alles Bösartige, Widerwärtige, Selbstsüchtige und Eitle. Man verehrt ihn auch als Gott der Bildung, des Wissens, der Weisheit und des Wohlstands. 


Während des 10 Tage dauernden Festes werden verschiedene Rituale durchgeführt. Schon Monate vorher beginnen die Vorbereitungen. Dazu gehören die Herstellung von Ganesha-Idolen aus Ton und viele Dekorationen, um das Fest als besonders herausragend feiern zu können.


Mehr zu den indischen Göttern und ihren Festen: hier


Zentrum für spirituelle Wege: Der Benediktushof Holzkirchen

An der Quelle

Der Benediktiner und Zen-Meister Willigis Jäger (geb. 1925) gehört zu den Vordenkern und großen spirituellen Brückenbauern im Zusammenklang von östlichen und westlichen Traditionen. Dank einer großzügigen privaten Förderung ist aus dem verfallenen ehemaligen Kloster im mainfränkischen Holzkirchen bei Würzburg ein Ort der Stille geworden, der Menschen bei ihrer Suche nach Sinn und einen erfüllten Leben unterstützen will.
 Über die Grenzen von Konfessionen hinaus ist der Benediktushof ein Zentrum für Spirituelle Wege. Alle spirituellen Wege führen in die Erfahrung dessen, was die Religionen „Gott“ nennen oder „Wesensnatur“ oder „Brahman“ – in die Erfahrung des Transpersonalen, jenseits unserer Person liegenden Seinsgrundes. Jeder kann in diesem Moment, in diesem Hier und Jetzt, die Ganzheit erfahren. Dadurch verändert sich das Leben, es wird achtsam, bewusst und frei.
Der Benediktushof bietet dazu in seinem breit gefächerten Kursangebot Wege in diese Erfahrung an, sei es bei Schweigeseminaren, einem Yoga-Retreat und vielen weiteren Kursen zur Persönlichkeitsentfaltung. Dazu gehört auch das Sitzen im Zendo (Meditationshalle) oder im Gewölbekeller, das ruhige Verweilen im Zen-Garten oder Kon-Zentration beim Durchschreiten des Labyrinths als Sinnbild des menschlichen Lebensweges.

"Die Religionen haben uns Weltbilder vermittelt, 

sie haben versucht, diese Erste Wirklichkeit, 

der wir im Abendland den Namen >Gott< gegeben haben, zu beschreiben. 

Diese Wirklichkeit hat aber mit unserem rationalen Bewusstsein nichts zu tun, 

sie gehört einer anderen Dimension an.
Sie liegt hinter allen Bildern und Begriffen.

In der Erfahrung dieser Wirklichkeit 

liegt die wahre Bedeutung der Religionen."
Willigis Jäger: Ewige Weisheit (2010), S. 121

Der Benediktushof ist nun der Ort, an dem Suchende - unabhängig von ihrer religiösen oder nicht-religiösen Herkunft - sich unter Anleitung auf eine innere spirituelle Reise begeben können. Mit den daraus erwachsenen Erfahrungen gehen die Teilnehmenden dann wieder in ihren Alltag zurück, erneuert durch die Erkenntnismöglichkeit, dem göttlichen "Werde, der du bist" näher zu  kommen.

"Ein mystischer Weg
lässt sich in jeder denkbaren Gesellschaftsform verwirklichen".
West-Östliche Weisheit: Visionen einer integralen Spiritualität (2007), S. 102.

Der Benediktushof wird zur interreligiösen Raststation auf dem Pilgerweg in die Tiefe des Seins - alle dogmatisch-konfessionellen Hilfskonstruktionen und Engführungen überschreitend.
 


Ein-Klang zum Meditationsraum im Gewölbekeller

Zendo im ehemaligen Kreuzgang



Spiral-Schale im Zendo


Buddha am Zen-Garten

Im Zen-Garten


Einkehren im Hof



Religionen aus der Einen Mitte


 
 

Ein Ort, um den Frieden zu lernen: "Centre Mondial de la Paix" in Verdun

Der Norden Frankreichs und besonders die Region an der Maas mit der Stadt Verdun ist im 1. Weltkrieg von mörderischen Kämpfen heimgesucht worden, die Millionen Menschen das Leben kostete. Die vielen Kriegsgräber in der Umgebung von Verdun und besonders die Gedenkstätte Douaumont mit dem Beinhaus von 130.000 Gefallenen zeigen die geradezu wahnsinnige Dimension des Ersten Weltkriegs,  der etwa 17 Millionen Menschen das Leben kostete. Allein in und um Verdun starben 300.000 Menschen, und 400.000 wurden verwundet. Solche Zahlen wurden leider noch übertroffen von den sinnlosen Leiden und Opfern des Zweiten Weltkriegs mit insgesamt 60-70 Millionen Toten.
Die Stadt Verdun hat aus ihrer Leidengeschichte eine friedenspädagogische Konsequenz gezogen. Seit  1994 beherbergt sie im ehemaligen Bischofspalast, unmittelbar neben der Kathedrale, das Centre Mondial de la Paix, des libertés et des Droits de l'Homme. Es ist ein globales Friedenszentrum, in dem besonders an die menschliche Freiheit und Würde sowie an die Durchsetzung der Menschenrechte erinnert wird. Das geschieht kontinuierlich durch Begegnungen, Workshops und Ausstellungen. Sie sollen aufrütteln, damit Menschen sich für den Frieden politisch und persönlich engagieren. Im Garten hinter dem Palast findet man darum Schautafeln von Personen, die sich besonders für die menschliche Freiheit und gegen Unterdrückung eingesetzt haben, u.a.: Simone Veil (geb. 1927, für die Frauen-Emanzipation), Nelson Mandela (1928-2013, gegen Apartheid und Rassismus), Elie Wiesel (geb. 1928, Überlebender des Holocaust), Victor Schoelcher (1804-1893, für die Abschaffung der Sklaverei).

Das Jahr 2014 hat durch den Beginn des 1. Weltkriegs vor 100 Jahren und des 2. Weltkriegs vor 75 Jahren eine besondere Erinnerungskraft bekommen. Dem trägt die temporäre Ausstellung (bis Nov. 2014) Rechnung: Was bleibt vom Ersten Weltkrieg? Technologien, Medizin, Gesellschaft ... Was der 1. Weltkrieg alles verändert hat.
Hier gelingt es,  in mehreren thematischen Räumen zu zeigen, wie es Menschen ergangen ist:
  • Wie eine ganze Generation zerstört wurde.
  • Wie das Soldatsein im Alltag keine Heldenromantik zulässt.
  • Wie Kinder im Krieg leiden mussten.
  • Wie sich eine ganze Gesellschaft angesichts von tausendfachem Tod und Leid
    plötzlich neu organisieren musste.
  • Wie die Wirtschaft dem Krieg diente und immer tödlichere Waffen erfunden hat.
  • Wie Künstler versuchten, das kaum Aussprechbare in Wort und Bild zu fassen.
  • Wie Verdun zum dauerhaften Symbol der Kriegserinnerung wurde
    - um des Friedens willen!
  • Aber! Der Frieden nach dem 1. Weltkrieg wurde zur Vorstufe für den 2. Weltkrieg.

Verdun gehört in die Reihe der Städte, die durch die Art ihrer Erinnerung an die beiden Weltkriege zu Symbolen internationaler Versöhnungsarbeit geworden sind: Hiroshima und Nagasaki, Coventry und Dresden.

Perversion: Kriegsanleihe




Deutsche Gasgranate des 1. Weltkriegs
- in ihrer Gefährlichkeit nicht erkennbar


Aus der Munition eine Blüte schaffen








 Gärten des Friedens am ehemaligen Bischofspalast




Symbol der Friedenstaube: Die Flügel als sich reichende Hände




Originales Stück der Berliner Mauer





Im Geiste der Menschen entstehen Kriege,
im Geiste der Menschen
muss die Verteidigung des Friedens erwachsen.




Keramik-Helme, die den Himmel in sich tragen -
aus der Ausstellung im Garten 2008








DOUAUMONT - Erinnerung an den 1. Weltkrieg
Im Beinhaus die Namen von 130.000 nicht mehr identifizierbaren Toten
Auf dem Gräberfeld 15.000 Gefallene


Im Garten des Friedenszentrums von Verdun erinnert eine Bodenskulptur der Friedenstaube daran, dass Versöhnung über alle Feindschaft hinweg möglich ist. Und die temporäre Ausstellung über die Mauer in Berlin ist (bis Nov. 2014) zugleich ein Hoffnungselement. Es zeigt, dass die Erlangung von Freiheit und Menschenwürde auch auf friedlichem Weg möglich ist. Das ist angesichts der die Welt überziehenden Gewalteskalationen gerade jetzt eine dringende Mahnung für uns alle.
Das Friedenszentrum symbolisiert eine Vision, wie sie schon der Prophet Jesaja im 8. Jh. v. Chr. erhoffte:
"Da werden sie ihre Schwerter zu Pflugscharen
 und ihre Lanzen zu Sicheln machen. 
Denn es wird kein Volk mehr sich gegen das andere erheben. 
Und sie werden nicht mehr lernen, Krieg zu führen" (Jes 2,4) 


UND:     WAS TUN WIR ?



Gedenkorte und Zeugen jüdischen Lebens in Iserlohn (aktualisiert)

Mahnmahl (Siegfried Neuenhausen,1989)
Das Hakenkreuz ist zerbrochen!



Carl-Heinz ("Charly") Kipper (geb. 1926) war der letzte jüdische Zeitzeuge Iserlohns. Er starb am 23.01.2014. Glücklicherweise entstand zuvor nicht nur ein Interview mit ihm, sondern auch in Zusammenarbeit mit Iserlohner Gesamtschülern ein 20minütiger Film:
13 Jahre in Angst. 
Er ist besonders für Kinder und Jugendliche geeignet.
Das gilt auch für die orientierende Broschüre über die Gedenkorte für die Opfer des Nationalsozialismus:

Mathias und der Mensch aus Bronze (Jugendamt der Stadt Iserlohn 2012, 3. Aufl. 32 S., Abb., Karte)



Im Film 13 Jahre Angst erzählt Carl-Heinz Kipper selbst seine dramatische Lebensgeschichte von der anfänglichen Beliebtheit bis zur völligen Ausgrenzung. Dank einer katholischen Frau wurde er vor dem Schlimmsten bewahrt. Im Blick auf die jugendliche Zielgruppe ist die Präsentation durch animierte Zeichnungen und Originaldokumente bereichert.


Durch diese beeindruckende Lebensgeschichte wird zugleich die Zeitepoche nationalsozialistscher Gewaltherrschaft Iserlohns vergegenwärtigt. 
Denn auch hier wurden in der sog. Kristallnacht 1938 die Synagoge niedergebrannt und jüdische Geschäfte geplündert. 
Erinnerung an die Synagogenzerstörung in Iserlohn am 9./10. Nov. 1938
(Der Westen, 07.11.2008) 


Gedenktafel Mendener Straße
Hier tat sich ein weiteres dunkles Geschichtskapitel auf, das erst 1945 mit der Befreiung
durch die Allierten endete.

--- Weitere Informationen: hier

--- Die antisemitische Wochenzeitung
„Der Stürmer“
. Meldungen 1934-1939 aus dem Bereich des heutigen Märkischen Kreises (Friedrich Petrasch)



Auszug zum Download aus:

Quellen zur Geschichte der Juden
im Raum Iserlohn,
1989, S. 1-7 



Der Text auf der Synagogengedenktafel:
Hier gegenüber stand die Synagoge der jüdischen Gemeinde Iserlohn. Sie wurde in der Nacht
vom 9. auf den 10. November 1938 von den Nationalsozialisten in Brand gesetzt und zerstört.
Zum Andenken an unsere jüdischen Bürgerinnen
und Bürger, die in den Jahren 1933 - 1945
gedemütigt, entrechtet, vertrieben und ermordert wurden.

"Ihr alle, die Ihr vorübergeht, kommt seht,
ob ein Schmerz sei wie mein Schmerz,
den man mir angetan hat.
(Klagelieder 1,12) 

 





Montag, 11. August 2014

Lernort Langenhain: Das Bahá'í-Haus der Andacht - Ausdruck des Glaubens

Baha'i-Tempel für Europa
Die Entstehung des Bahá'í-Glaubens führt ins 19. Jahrhundert. Sie ist die jüngste der monotheistischen Weltreligionen mit insgesamt 6-8 Millionen Mitgliedern. In ihrer Struktur ist sie eine Laienorganisation: Die einzelnen Gruppen werden von "Geistigen Räten" geleitet. Die  Bahá'í-Religion hat sich aus dem schiitischen Islam heraus entwickelt.
Sie geht von einer fortscheitenden Gottesoffenbarung aus. 
Als ihr Stifter gilt Mirza Husain-ʿAli Nuri, mit dem Ehrentitel Bahá'u'lláh (= die Herrlichkeit Gottes). Er lebte von 1817-1892. Seine Offenbarungen und sein predigendes und publizistisches Wirken wurden sowohl in Persien als auch im Osmanisches Reich als politische Bedrohung empfunden, so dass der Religionsgründer schließlich verhaftet wurde und faktisch bis zu seinem Tode in Akkon ein Gefangener des Sultans blieb.
Bahá'u'lláh rief dazu auf, "Häuser der Andacht" zu errichten, um so Gott zu verehren. Solche Besinnungsorte gibt es auf allen Kontinenten. Der zentrale "Muttertempel für Europa" steht in der Nähe von Frankfurt/Main in dem kleinen Taunus-Ort Hofheim-Langenhain. Das in einem Park liegende kuppelförmige Gebäude wurde 1964 eingeweiht und soll ein Zeichen der Einheit Gottes, der Einheit der Religionen und der Einheit der ganzen Menschheit sein.


Vordere Mitte


Blick in die Kuppel

Arabische Kalligraphie in der Kuppel:
"O Herrlichkeit des Allerherrlichsten"




Versammlung und Andacht




Haus der Andacht in Langenhain