Samstag, 4. März 2017

Farid Esack - Dialog der Geichwertigen in der Spannung von Unterdrückung, Armut und Gerechtigkleit (aktualisiert)

Der islamische Theologe Farid Esack (geb. 1959 in Wynberg, Südafrika) gehört zu den Promotoren für ein von Apartheid freies und versöhnend miteinander lebendes multikulturelles Südafrika.
1994-1998 war er Gleichstellungsbeauftragter in der Regierung Mandelas. Inzwischen ist er Professor für Religionswissenschaft an der Universität Johannesburg. Er ist einer der progressivsten Denker und Koranausleger überhaupt. Mit ihm hat sich eine eigenständige befreiungstheologische Lesart des Korans entwickelt. Diese verbindet sich mit einer dialogischen Offenheit für Menschen aller religiösen Traditionen.


Vgl. dazu den Beitrag:
Eine befreiungstheologische islamische Hermeneutik - Farid Esack


Das zeigen weiterhin zwei seiner Bücher, die übrigens bereits im Rahmen eines Seminars an der TU Dortmund (WiSe 2008/2009) vorgestellt wurden und erheblichen Eindruck hinterließen: 


--- Qur’an, Liberation & Pluralism (1997 u.ö.)
--- On Being a Muslim (1999 u.ö.


Bereits 1994 berichtete Esack über seine Befreiungserfahrungen, auch im sich verändernden Südafrika:

Wem sollen wir Zugang zu unseren Wasserstellen gestatten?
Gesellschaftliche, religiöse und politische Dimensionen des Vorurteils

Bei einer Konferenz in Frankfurt/M. (Oktober 2010) zeigten
Hasan Hanafi und Farid Esack
dass Werte und Normen des Islam
nur im Sinne verantwortlichen Menschseins vor Gott verstanden werden können.



Auf einer Tagung des Theologischen Forums Christentum-Islam in Stuttgart zum Thema Armut und Gerechtigkeit (6.-8. März 2015) betonte er besonders, dass es nicht nur darum gehe, angesichts körperlicher und seelischer Not von Menschen Barmherzigkeit zu üben, sondern bewusst den Ursachen solcher Ungerechtigkeit und Unterdrückung nachzugehen, und zwar mit dem Ziel, die skandalösen Ursachen  zu beseitigen.

Die Texte Esacks sind durchweg von klarer Stellungnahme gegen Ungerechtigkeit, Unterdrückung und Armut geprägt, aber nicht im Sinne abgrenzender Polemik, sondern mit der Zielrichtung versöhnender Aktualität und Dialogbereitschaft. Es ist wichtig, sich dieser Herausforderungen  nicht nur in einem multikulturellen und multireligiösen Südafrika zu erinnern, sondern die jeweils eigene gesellschaftliche Situation unter diesen Gesichtspunkten zu befragen.

Deshalb gilt auch:
Farid Esack - liberaler islamischer Theologe, engagiert für Menschenrechte
 - mehr als nur ein "Israelkritiker" (Qantara.de, 01.03.2017) 

 

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