Freitag, 28. August 2015

Friedensfest der Religionen in Iserlohn (aktualisiert)

Das Hohe Friedensfest in Augsburg mit seinem Ursprung im Jahre 1555 diente als Vorbild: So lud der Runde Tisch der Religionen am Wahlsonntag, dem 22. September 2013, auf den Schillerplatz vor dem Rathaus ein zum 1. Friedensfest der Religionen ein. Und die etwa 200 Gäste kamen aus den christlichen Konfessionen in Iserlohn (evangelisch, katholisch, griechisch-orthodox), den muslimischen Gemeinden, den Religionen Indiens und den Baha'is.

Am Sonntag, 23. September 2015 gab es nun das 2. Friedensfest der Religionen, das mehr als 250 Besucher anzog. Ausführlicher Bericht mit Fotos: hier


 Bericht vom 1. Friedensfest 2013

Die Gäste erlebten ein vielfältiges Programm:
Eingestimmt wurden die TeilnehmerInnen durch muslimische Gesänge aus der DITIB-Gemeinde Iserlohn. Mit der Superintendentin Martina Espelöer vom Kirchenkreis Iserlohn sprachen die Vertreter der verschiedenen religiösen Traditionen Grußworte. Sie klangen persisch, arabisch, hebräisch, indisch, lateinisch, griechisch. Ihnen folgte die Begrüßung durch den Bürgermeister der Stadt Iserlohn, Dr. Peter Paul Ahrens. Dadurch wurde deutllich, dass es bei einem religiösen Friedensfest um die ganze Stadt mit allen ihren Bürgern geht. 
Auch die musikalischen Beiträge ließen den typischen "Sound" der jeweiligen Religionen erkennen.
Der Augsburger Bürgermeister Peter Grab und die Superintendentin gingen dann näher auf die Idee ein, die Erfahrungen des Augsburger Friedensfestes für die Iserlohner Situation zu konkretisieren.

Aber es blieb nicht lang bei den geschichtlichen Hintergründen: Nach einem  klassischen indischen Tanz und einem interreligiösen Tischgebet (Texte: hier) aßen und tranken die BesucherInnen und lernten sich dabei besser kennen. Verschiedene Gruppen hatten Wohlschmeckendes liebevoll vorbereitet.
Materielles und Spirituelles aber gehören zusammen:
Ein Derwisch des Mevlana-Ordens führte einen beeindruckenden Drehtanz zum Gotteslob vor.



Anschließend kamen die VertreterInnen der Religionen noch einmal zu einem Abschlussgespräch auf dem Podium zusammen. Der Redakteur des Iserlohner Bürgerradios Thomas Brenck moderrierte mit der Leitfrage: Was ist mir an der anderen Religionen für die meine besonders wichtig?

Die Kinder hatten während dieser Zeit ihr eigenes Programm. Rabia Yildirim trug ein Goethegedicht vor; und alle Kinder zeigten anschließend ihre gebastelten Friedensmahner: Holzstäbe mit Friedensworten.

Zum Schluss umkreisten alle miteinander im Pilgerschritt den Ort ihrer gemeinsamen Begegnung und sangen: " ... und richte unsere Füße auf den Weg des Friedens".
Das waren an diesem Sonntagmachmitttag wahrhaft wichtige und zugleich schöne Schritte auf dem weiteren Weg eines gemeinsamen interreligiös-friedlichen Miteinanders in der Stadt.

Es wird sicher ein weiteres Friedensfest der Religionen in Iserlohn geben.

Bericht auch in WAZ Online (Lokales , IKZ, 23.09.2013)



Mittwoch, 12. August 2015

OBON - das japanische Ahnenfest

Im Hochsommer, meist vom 13.-15. August,  wird in Japan – aber auch in anderen Regionen das buddhistisch geprägte „Allerseelenfest“ = Obon-Fest gefeiert.
In anderen Regionen (China, Vietnam, Kambodscha) heißt es auch Ulambana-Fest (bezogen auf das Ulambana-Sutra).
 
Religionsgeschichtlich ist es wohl mit dem hinduistischen Divali-Fest verwandt. Viele Japaner kehren an diesem Tag in ihre Heimatorte zurück, um der Verstorbenen zu gedenken. Nach der Tradition kommen die Seelen aus dem „Jenseits“, um die Lebenden zu besuchen. Darum hat dieses sehr alte Fest sehr viele Riten der Begegnung und der Freude, die durch Tanz- und Feuerzeremonien verdeutlicht werden.
In manchem erinnert dieses Fest auch an das katholische Allerseelen, das jedes Jahr am 2. November, einen Tag nach Allerheiligen, begangen wird.