Montag, 25. Juli 2016

Pädagogische Hochschule Heidelberg: "Migration und Flucht" - berufsbegleitende Weiterbildung

Ausschreibung:  2. Durchgang des Kontaktstudiums Migration und Flucht
Beginn: Oktober 2016



Das Hei-MaT an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg beginnt im Oktober 2016 mit dem 2. Durchgang des neuen Kontaktstudiums Migration und Flucht. Hierbei handelt es sich um eine berufsbegleitende Weiterbildung mit Präsenz- und Selbststudienphasen über zwei Semester.

Warum ein Kontaktstudium? 

Personen, die im Migrationsbereich arbeiten, sind vielfältigsten Herausforderungen ausgesetzt. Zum einen müssen sie differenziertes Wissen über die Herkunftsländer, Migrationsgründe, aufenthalts- und ausländerrechtliche Bestimmungen, Qualifikationen der Migranten und Asylsuchenden vorliegen haben, zum anderen Expertise darüber besitzen, wie die jeweiligen Personen individuell und ihren Bedarfen entsprechend unterstützt, beraten und in verschiedene Maßnahmen vor Ort in der Kommune integriert werden können. Angesichts der aktuell hoch bleibenden Zahl von Flüchtlingen sind die Anforderungen an Fachkräfte, die im Migrationsbereich tätig sind, nochmals gestiegen. Das geplante Kontaktstudium setzt sich zum Ziel, die Fachkräfte der Migrationsarbeit entsprechend zu qualifizieren und für die gestiegenen Anforderungen in rechtlichen, sozialen und pädagogischen Feldern handlungskompetent zu machen.

Inhalte des Kontaktstudiums: 
  • Migrationsgeschichte und Migrationssoziologie 
  • Religiöse Radikalisierung und Fluchttraumata
  • Rechtliche Rahmenbedingungen von Migration, Flucht und Asyl nach Deutschland 
  • Pädagogische Professionalität in inter-/transkulturellen Kompetenzfeldern 
  • Sprachförderung Deutsch und Institutionennetze 
Zielgruppe:

Personen aus öffentlich-kommunalen Institutionen (öffentlicher Dienst, z.B. Jugendamt, Sozialamt, Gesundheitsamt, Polizei, Beratungsstellen, Migrantenselbstorganisationen etc.), die im Bereich Migration und Flüchtlinge tätig sind sowie Lehrkräfte und weitere Pädagogen aus Bildungsinstitutionen.

Zeitlicher Rahmen: 

1. Semester: September 2016 bis Januar 2017
2. Semester: März 2017 bis Juli 2017

Prüfungsphase:


Juli 2017

Originalstatements von Teilnehmenden des ersten Durchgangs

Im Folgenden sind einige Originalstatements von Teilnehmenden des ersten Durchgangs des Kontaktstudiums gelistet:
Der Kontaktstudiengang Migration und Flucht umfasst alle Themen in der Flüchtlingsarbeit und ermöglicht somit eine basierte Grundlage in der Arbeit mit geflüchteten Menschen. [Alexander Gerstenburger-Vogt, Teilnehmender 1. Durchgang]
Das Kontaktstudium ist das richtige Angebot für mich. Vor allem habe ich mich auch über den Arabischkurs gefreut, so dass ich mit den syrischen Flüchtlingen (besser) kommunizieren kann bzw. ich künftiges Vieles (besser) verstehen werde, was sie auf Arabisch sagen. Vielen Dank für dieses Angebot! [Özlem Karaman, Teilnehmende 1. Durchgang]
Ich kann das Kontaktstudium des Hei-MaT allen empfehlen, weil es zu allen Themen im Umgang mit Flüchtlingen notwendige Kenntnisse vermittelt. Sei es Sprache, sei es Umgang mit traumatisierten Menschen oder aufenthaltsrechtliche und sozialrechtliche Fragen … [Piyale Kilic-Wendel, Teilnehmende 1. Durchgang]
Ich empfehle das Kontaktstudium Migration und Flucht der PH Heidelberg, weil ich denke, dass es sehr nützlich ist heutzutage a) Grundkenntnisse im Arabischen zu besitzen, b) Kenntnisse im Bereich „Flucht und Migration“ zu haben, nicht nur, wenn man in diesem Bereich arbeitet, sondern weil es meiner Meinung nach heutzutage wichtig ist, für den alltäglichen Umgang mit Menschen mit Zuwanderungsgeschichte sensibilisiert zu werden. [Ohne Namen, Teilnehmender 1. Durchgang]
Für mich ist das Studium sehr wertvoll, weil ich sehr vielseitige und umfangreiche Informationen bekomme, die mir vor allem Hilfen und Perspektiven in der Arbeit mit meinen Schülern aufzeigen und – ganz wichtig – mir eine aufmerksamere und sensibilisierte Sicht au sie ermöglichen. [Wiebke Nass, Teilnehmende 1. Durchgang]
Die Weiterbildung „Migration und Flucht“ ist endlich mal aus der wissenschaftlichen Perspektive mit allen Handlungsbereichen auseinanderzusetzen, sehr hilfreich. Zugleich verbringt man Zeit mit Menschen, die in der Praxis und hat die Möglichkeit, sich mit kompetenten und bodenständigen Menschen auszutauschen. Ganz toll ist festzustellen, welche Unterschiede zwischen den einzelnen Bundesländern bestehen. Ein sehr transparenter Austausch, den man gerade jetzt braucht. Nach jeder Sitzung kehre ich zurück, mit sehr speziellen Erkenntnissen. Die Referenten sind richtig sorgfältig ausgesucht, kompetent, bodenständig und engagiert. [Nalan Bastiyali, Teilnehmende 1. Durchgang]


Freitag, 22. Juli 2016

Gnana Robinson, Südindien - Engagement für Kirchenreform und interreligiösen Dialog

Robinson mit
tamilischen Flüchtlingen (oben)
und im Zusammenhang Repatriierter
aus Sri Lanka (unten)
Aus: Kanyakumari
 Peace Trust's Contribution, S. 275
Gnana Robinson, Prof. Dr. theol (geb. 1935)  ist ein evangelischer Pfarrer aus Südindien, der durch seine interreligiösen Friedensaktivitäten und mit seiner Forderung nach einer konsequenten Kirchenreform bekannt geworden ist. 
Seine theologisch-akademischen Grade erhielt er am United Theological College (UTC) Bangalore zwischen 1957-1963. Er wurde in der Kirche von Südindien ordiniert und arbeitete 1960-1961 als Pfarrer in der Diözese Kanyakumari (Südindien). Weitere Studien des Alten Testaments führten ihn an das Union Theological Seminary in New York. Er setzte seine postgraduale Arbeit ferner am Tantur Ecumenical Institute in Jerusalem sowie  an der Universität Hamburg fort. Dort wurde er 1975 zum Dr. theol. promoviert.
Als Theologieprofessor lehrte er über 40 Jahre an verschiedenen Hochschulen: 1963-1969 an der Theologischen Hochschule von Tamil Nadu in Thirumaraiyur, 1969 - 1987 am Tamilnadu Theological Seminary in Madurai, davon neun Jahre lang als dessen Direktor. 
Von 1987-1993 war er Gastprofessor am Predigerseminar der Evangelischen Kirche von Westfalen in SoestIm Juni 1993 übernahm Robinson für sieben Jahre das Rektorat das United Theological College (UTC) in Bangalore.
Zweimal wurde er als Präsident der einzigen Theologischen Universität in Indien in den Senat der Serampore Hochschule (Universität) gewählt.

Gastprofessuren 1982-2001
Universität Hamburg,
St. Andrews Theologischen Hochschule, Trinidad West Indies, Andover Newton Theological College, Boston (USA), Lincoln Theological College (UK), Seminar des Lutherischen Theologischen Weltbundes in Philadelphia (USA). 

Gnana Robinson engagiert sich besonders für die Armen und Marginalisierten. Er ist darum der Verantwortliche mehrerer diakonischer, sozialer und erzieherischer Einrichtungen.


Im Jahre 1985 gründete er den südindischen Kanyakumari Peace Trust und ist seit dem dessen Präsident. 

Ihm geht es um die gesellschaftliche Harmonie unter den Menschen verschiedener Religionen. Dafür steht der Peace Trust Kanyakumari. Unter dem Dach dieser Friedensstiftung steht auch Iniavar Illam (INIL), ein Haus für ältere Menschen. 

Der Herausforderung einer insgesamt zunehmend multi-religiösen Gesell-schaft begegnet er mit der Arbeit von CIRSJA ( = Center for Interfaith, Relations, Studies and Joint Action).  Es ist ein Zentrum für interreligiöse Beziehungen, Studien und gemeinsame Aktion. Im Jahre 2002 erhielt er als Auszeichnung für diese Arbeit den INTR°A-Projektpreis für Komplementarität der Religionen.

Einige Veröffentlichungen zum Download: 

Als Autor und Herausgeber bei und zu CIRSJA (Nagarcoil South India) und zum Dialog
  • (Ed.): Unite to Serve. Papers presented at the National Convention
    on Communal Harmony at Kanyakumari
    on August 25-28, 2000.
     2002, 252 pp., photos
  • (Ed.): Harmony Flame Spreads Across India. 2009, VIII, 356 pp.
  • Spirituality Beyond the Boundaries of Religions. 2013, 33 pp.
  • (Ed.): Kanyakumari Peace Trust's Contributiob to Communal Harmony,
    National Integration and Welfare of the People of India.
    2014, 241 pp,. photos


Zu weiteren englischsprachigen Publikationen und Informationen
vgl. die Seite: Peace Trust Kanyakumari



 

Donnerstag, 7. Juli 2016

LERNORT Wormbach - Geheimnis des Tierkreises - neue Erkenntnisse (aktualisiert)

Eine der faszinierendsten Kirchen in Westfalen ist
St. Peter und Paul in Wormbach (Sauerland)
aus dem 13. Jahrhundert.
Sie birgt in ihrem Inneren als Deckenmalerei einen Tierkreis (Zodiak), der in dieser Weise einmalig ist. Auch wenn die Kirche bereits durch die Christianisierung ihren eindeutigen Stil gefunden hat, scheinen sich in ihr doch viele vorchristliche Elemente gehalten zu haben. Dies wird noch verstärkt durch die Tatsache, dass der Tierkreis exakt auf die Sonnenwendpunkte der benachbarten Berge ausgerichtet ist. Man geht darum davon aus, dass es  in vorchristlicher Zeit hier ein germanisches Heiligtum gegeben hat, an dem die Verehrung der Sonne und des Mondes eine besondere Rolle spielte. Aus spätmittelalterlicher Zeit ermutigt die Besucher noch die Schutzmantelmadonna (um 1480) in einer Gebetsnische.


Im Nachbarort Berghausen befindet sich die noch ältere Kirche St. Cyriakus Neben einem kunstgeschichtlich interssanten Innenraum mit Wandmalereien, birgt sie einige ungewöhnliche Auffälligkeiten, z.B. eine Öffnung an der Südwand, die einen Blick in den Innenraum ermöglicht. 

Eine Begegnung mit diesen mittelalterlichen geheimnisvollen Darstellungen macht immer wieder deutllich, wie sehr auch wir Heutigen mit diesen alten Erkenntnissen, Erfahrungen und Glaubensweisen verbunden sind. Wormbach und Berghausen führen ein wenig mehr an diese geheimnisvollen Elemente heran.

Weitere Lernorte: hier